Biz Blog

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Kein Nice-to-have mehr

Geschrieben von Anja | 13.04.26 07:28

Gesunde Mitarbeiter:innen sind produktiver, loyaler und kreativer. Unternehmen, die in Wohlbefinden investieren, sparen Kosten, gewinnen Talente und bauen eine Kultur auf, die trägt. Workplace Wellbeing ist eine der wirkungsvollsten Stellschrauben, die Führungskräfte heute haben.

Wir verbringen einen Großteil unseres wachen Lebens bei der Arbeit. Je gesünder und positiver diese Zeit gestaltet ist, desto mehr profitieren Mensch und Unternehmen gleichermaßen. Kein Wunder also, dass Workplace Wellbeing zu einem der wichtigsten Themen für Führungskräfte geworden ist.

Genau das ist der Grund hinter der BIZ HEALTH: Weil wir überzeugt sind, dass Unternehmen jetzt handeln müssen, haben wir eine Plattform geschaffen, die Antworten liefert. Konkrete Lösungen für den Arbeitsalltag, für Meetings, Seminare und Events – und für alle, die Verantwortung für Menschen tragen.

Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) ist der strukturelle Rahmen dafür. Die Zahlen zeigen: Wer jetzt handelt, hat einen echten Vorsprung.

Was die Zahlen zeigen

Österreichs Beschäftigte waren 2024 im Schnitt 15,1 Kalendertage im Krankenstand – der höchste Wert seit über 30 Jahren.³ Die direkten und indirekten Kosten beliefen sich auf 5,8 Milliarden Euro, das entspricht 1,2 Prozent des BIP.³ Zahlen, die zeigen, wie viel Potenzial in gezielter Gesundheitsförderung steckt.

Psychische Gesundheit: Das größte Hebelpotenzial

Psychische Erkrankungen machen nur 3,2 Prozent aller Krankenstandsfälle aus – verursachen aber 11,4 Prozent aller Krankenstandstage.⁴ Ein psychisch bedingter Krankenstand dauert im Schnitt über 37 Tage, fast sechsmal so lang wie ein Infektionskrankenstand.⁴ Besonders betroffen: die 25- bis 44-Jährigen, das Rückgrat vieler Unternehmen.³

Unternehmen, die in Burnout Prävention und mentale Gesundheit investieren, schützen nicht nur ihre Mitarbeiter:innen – sie sichern ihre eigene Leistungsfähigkeit. 62 Prozent der Österreicher:innen spüren bereits, dass die Gesellschaft an ihre Belastungsgrenzen stößt.⁵ Proaktives Handeln zahlt sich aus – im wahrsten Sinne.

Fehlzeiten reduzieren: konkretes Potenzial

Laut WIFO könnten allein durch eine Reduktion der Langzeitkrankenstände um 10 Prozent rund 2,6 Millionen zusätzliche Arbeitstage generiert werden – das entspricht 7.000 Vollzeitkräften.³ Eine der direktesten Antworten auf den Fachkräftemangel.

Fehlzeiten reduzieren beginnt mit den Bedingungen, unter denen Menschen täglich arbeiten: Ergonomie, Raumklima, Führungskultur, Ernährung, Bewegung. Alles Bausteine eines wirksamen Betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Was sich rechnet: BGM und BGF

Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) stärkt Gesundheit, Wohlbefinden und Arbeitsfähigkeit der Mitarbeiter:innen – und ist in Österreich über das Gesundheitsförderungsgesetz (GfG) sogar gesetzlich verankert. Der „Return on Prevention" liegt bei 3,6: Jeder investierte Euro bringt im Schnitt 3,60 Euro zurück.⁶ BGM ist damit nicht nur Fürsorge, sondern betriebswirtschaftlich kluge Entscheidung.

Gesunde Meetings und Events

Betriebliche Gesundheitsförderung endet nicht am Schreibtisch. Auch Seminare, Workshops und Events lassen sich gesundheitsfördernd gestalten – mit Bewegungspausen, bewusster Verpflegung und einer Atmosphäre, die Energie gibt statt nimmt. Wer Mitarbeiter:innen zu einem Seminar schickt, nutzt diesen Tag aktiv zur Gesundheitsförderung nutzen. Eine oft unterschätzte, aber wirkungsvolle Stellschraube.

Mitarbeitergesundheit als Wettbewerbsvorteil

Die Generation, die heute in den Arbeitsmarkt kommt, fragt nicht nur: „Was zahlt ihr?" – sondern: „Was tut ihr für meine Gesundheit?" Unternehmen, die Gesundheit am Arbeitsplatz strukturell verankern, reduzieren Kosten und gewinnen gleichzeitig an Attraktivität als Arbeitgeber:in. Eine echte Win-Win-Situation.

 

Was als nächstes kommt

In den kommenden Wochen schauen wir uns einzelne Bausteine des BGM konkret an: Tageslicht am Arbeitsplatz, ergonomisches Arbeiten, gesunde Ernährung im Büro und vieles mehr.

All das steht auch bei der BIZ HEALTH am 24. September 2026 im Mittelpunkt. Die BIZ HEALTH ist eine Fachmesse rund um Wellbeing im Business – es geht um modernes Arbeiten und smarte Meeting- und Eventkonzepte. Vom ergonomischen Schreibtisch bis zum gesunden Seminar: Aussteller:innen bringen ihre Lösungen direkt zu jenen, die im Unternehmen Entscheidungen treffen. Besucher:innen erleben praxisnahe Impulse, vergleichen Angebote und vernetzen sich – alles an einem Tag.

 

Save the date
BIZ HEALTH - Wellbeing im Business
24. September | 12.30 - 18.30 Uhr
Palais Niederösterreich, Wien

 

 

Dieser Beitrag ist der Auftakt einer Serie rund um Gesundheit und Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Alle weiteren Beiträge erscheinen regelmäßig hier im BIZ Blog. Zuletzt aktualisiert: April 2026.

 

Häufige Fragen zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement

Was ist Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM)? Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) bezeichnet die systematische Planung und Umsetzung von Maßnahmen, die die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Arbeitsfähigkeit von Mitarbeiter:innen langfristig fördern. BGM umfasst drei Handlungsfelder: Arbeitnehmer:innenschutz, Betriebliche Gesundheitsförderung (BGF) und Betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM).

Warum ist BGM für Unternehmen in Österreich so wichtig? Laut dem WIFO-Fehlzeitenreport 2025 kosteten krankheitsbedingte Fehlzeiten die österreichische Wirtschaft 2024 rund 5,8 Milliarden Euro. Psychische Erkrankungen verursachen dabei durchschnittlich 37 Tage Krankenstand pro Fall. Unternehmen, die in BGM investieren, senken diese Kosten nachweislich und stärken gleichzeitig ihre Arbeitgeberattraktivität.

Was ist der Unterschied zwischen BGM und BGF? BGM ist der übergeordnete Rahmen für alle gesundheitsbezogenen Strukturen im Unternehmen. BGF (Betriebliche Gesundheitsförderung) ist ein konkretes Handlungsfeld innerhalb des BGM – mit Maßnahmen wie ergonomischen Arbeitsplätzen, Bewegungsangeboten oder Stressmanagement-Programmen.

Wie kann man Fehlzeiten im Unternehmen reduzieren? Durch strukturiertes BGM: ergonomische Arbeitsplatzgestaltung, Burnout-Prävention, Angebote zur mentalen Gesundheit und eine gesundheitsfördernde Führungskultur. Der Return on Prevention liegt bei 3,6 – jeder investierte Euro bringt 3,60 Euro zurück.

Was kostet Burnout ein Unternehmen? Laut Arbeiterkammer und WIFO belaufen sich die volkswirtschaftlichen Kosten für Burnout und psychische Erkrankungen auf 3,3 bis 6,6 Milliarden Euro jährlich. Pro erkrankter Person entstehen ca. 400–600 Euro Kosten pro Ausfalltag – zuzüglich Vertretung, Wissenstransfer und Produktivitätsverlust.

Warum sinkt die Geburtenrate in Österreich – und was hat das mit der Arbeitswelt zu tun? 2024 kamen in Österreich nur noch rund 77.200 Kinder zur Welt – Allzeittief mit einer Fertilitätsrate von 1,31.¹ Weniger Nachwuchs bedeutet weniger Erwerbstätige von morgen – und damit steigt der Wert jedes einzelnen Mitarbeitenden. Unternehmen, die jetzt in Gesundheit investieren, sichern ihre Wettbewerbsfähigkeit langfristig.

Wird das Pensionsalter in Österreich angehoben? Das Frauenpensionsalter wird seit 2024 schrittweise auf 65 Jahre angehoben. Eine generelle Erhöhung auf 67 Jahre wird zunehmend diskutiert.² Die Richtung ist klar: Wir werden länger arbeiten – umso größer die Chance für Unternehmen, die ihre Mitarbeiter:innen dabei gesund begleiten.

Quellen ¹ Statistik Austria, Geburtenbilanz 2024. Februar 2025. statistik.at ² 5min.at, Pensionen 2025: Um wie viel erhöht wird und wer länger arbeiten muss. Jänner 2025. 5min.at ³ WIFO, Fehlzeitenreport 2025. Juli 2025. sozialversicherung.at ⁴ WIFO, Fehlzeitenreport 2024. Juli 2024. wko.at ⁵ IMAS Institut, Österreich im gesellschaftlichen Burnout? April 2025. imas.at ⁶ neverest.at, BGM – 15 Maßnahmen zum betrieblichen Gesundheitsmanagement. neverest.at